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RumFort – Challenge – Aus Geldnot eine Tugend machen

Heute erzähle ich euch von meiner RumFort-Challenge.

Doch was ist das?

RumFort – was „Rum“steht und „Fort“ muss. Rumfort ist an sich ein Rezept, für mich steht es für mehr. Eben für alles Essbare, was rumsteht und fort muss.

Warum mache ich das?

Ich habe kaum Geld. Ich reize jeden Monat meinen Dispo aus. Wegen des knappen Budget konnte ich zwei Nachzahlungen nicht rechtzeitig zahlen, sodass jetzt darauf auch noch zusätzlich Mahngebühren dazukommen. Ich stoße momentan sehr an meine finanziellen (und dadurch mentalen) Grenzen. Ich kann nicht sparen. Dafür verdiene ich momentan noch zu wenig und war bisher zu gedankenlos in Bezug auf meine Ausgaben. Das merkte ich im letzten 1/2 Jahr in der 3. / 4. Woche im Monat daran, dass mir das Geld knapp wurde. Ich konnte mir gerade mal im Lidl was Essbares kaufen. Irgendwann kippte der Schalter des sich bewusst werdens, dass bestimmte Dinge schief laufen. Das führte mich  zu dieser Challenge.

Letzte Woche Sonntag fing ich damit an, da dachte ich:

Ach, so schwer wird das nicht. Schau dir deinen Kühlschrank an. Der ist so voll wie selten!

Boah, lag ich falsch!

Am Anfang war es echt nicht schwer. Ich hatte noch selbstgebackenes Brot, Käse, vegane Streichcreme, Gemüse, Obst, Haferflocken, Reis, Kartoffeln, ein paar veggie Saußen…

Einfach war es bis Mittwoch. Ab Donnerstag wurde es schwer. Die frischen Vorräte waren schneller aufgebraucht als gedacht, denn ich vergaß die Tage an der Arbeit. In dieser Woche hatte ich gleich vier Tage mit der Ganztagsschicht, d.h. von 9-20 Uhr. Also musste natürlich Essen her, was mich arbeitsfähig hielt. Donnerstag bis Samstag gab es nur noch Haferflocken mit Kokosraspeln zum Frühstück und für zwischendurch, Reis mit Veggie-Sauße aus dem Glas. Kaffee morgens, bis der Soja-Drink leer war. Natürlich war das gleich am Mittwoch. Dann kochte ich den Reisbestand, denn ich noch hatte. Das waren knapp 300g. Mal angebraten mit Zwiebeln und Knoblauch, dann mit Pilzsoße aus getrockneten Pilzen, die ich vor ein paar Wochen von meinen Eltern bekam, dann mal zur Abwechslung gebratener Reis mit Bohnen und Zwiebeln. Abends machte ich mir eine kleine Schale Popcorn. Nein, ich schaute keinen Film, ich hatte Hunger. Belag für Brot hatte ich nur noch Marmelade. Abends hast du auch nich mehr soooo viel Bock drauf. Isst du trotzdem.

Geldnot macht in Bezug auf Nahrung sehr erfinderisch. Aber auch sehr einseitig. Das frustriert mich. Auf Dauer wird es mir keinen Spaß machen, ständig daran denken zu müssen, wie ich an was zu essen komme. Ich hatte in den letzten drei Tagen keine Wahl, es gab nur noch Haferflocken, Reis, Bohnen, Tomatensoße, Wasser, Tee… Drei Tage lang!

 

Was hat diese Challenge mich gelehrt?

Besser auf meine Finanzen aufzupassen und dementsprechend einen besseren Blick auf mein Verhalten bezüglich Nahrung zu haben. Es macht mich ansonsten mental fertig nicht zu wissen, was ich noch zum Essen zur Verfühgung habe.

An RumFort kommt man nicht vorbei, besonders dann nicht, wenn man eh darauf Wert legt, dass man keine Lebensmittel verschwendet. Ich habe gelernt, dass es ein gewaltiger Unterschied ist zwischen RumFort und RumFort. Entweder hast du „geiles“ Essen, was du zusammen kombinieren kannst und dementsprechend was Tolles herausbekommst. Oder du bist einfach pleite und kannst nichts anderes machen als RumFort aus gefühlt drei Artikeln.

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Rumfort Challenge

Ich weiß jetzt, ich kann kochen, auch aus den wenigsten und simpelsten Bestandteilen. Das macht mich stolz. Nur die Ursache, warum ich diese Challenge antrat, relativiert es wieder. Auf meine verschwenderische Seite bin ich nicht stolz. Ich habe einen Plan ausgearbeitet, den ich euch demnächst präsentieren möchte.


Hattet ihr auch schon mal „RumFort“? War es freiwillig oder wie bei mir aus der Not geboren? Es interessiert mich sehr!

Das war es für heute Abend, euch noch einen schönen!

tiffeck…