Eine Ode an den Flohmarkt (+ Tipps & Tricks)

Heute ist es wieder soweit, ich habe wieder einen Stand auf einem Flohmarkt. Es macht mir immer wieder Spaß, Flohmärkte zu besuchen – sowie als Käufer als auch Verkäufer. Meinem Mindset eines nachhaltigen, minimalistischen Lebensweg kommt diese Art des kaufens / verkaufens sehr entgegen. Da die bereits produzierten Güter ein neues Zuhause finden bei jemanden, der es mehr benötigt als ich.

Aber warum Flohmarkt?

Mit Flohmärkten bin ich groß geworden. Meine Eltern kaufen und verkaufen seit über 20 Jahren über dieses Medium und gehen hier richtig auf. Es ist zu einem Art Hobby geworden, neue Flohmärkte zu erforschen nach brauchbaren und nachhaltigen Gegenständen zu suchen, die in mein Leben Einzug halten dürfen.

Es gab immer wieder Errungenschaften, die mich freuten, aber auch frusteten.

Zwei Beispiele:

Positiv: Das Buch „Das Haus der Harmonie“ von Barbara Wood kaufte ich auf einem Flohmarkt. Ok, es ist jetzt keine große Weltliteratur und ja, es mag auch nicht gerade jeden interessieren, da die Handlung um eine Frau geht, die ein Unternehmen übernimmt, was traditionell chinesische heilpflanzliche Medizin herstellt. Trotz der über 500 Seiten hat es mich bis zum Ende gepackt und mir die Welt der Pflanzenkraft eröffnet. Seitdem habe ich ein großes Interesse an dem Thema Heilpflanzen entwickelt.

Negativ: Als es noch Videokassetten zu kaufen gab, waren sie auch auf dem Flohmarkt vertreten. Ich wurde fast verrückt vor Freude als ich sah, dass jemand „Hannibal Lecter“ als Kassette bei seinem Stand hatte! Gesehen, gekauft, gefreut!
Kaum war ich zu Hause, wurde der Kassettenspieler gleich angeschmissen. Zu meiner Enttäuschung – oh ja, sie war groß! – wurde „Hannibal Lecter“ mit dem Film „Tornado“ überspielt. Wie ich fluchte! Ich ärgerte mich zutiefst!

Auf dem Geschmack des „Ich verkaufe mal selbst“ kam ich Anfang 2017, als ich in meine jetzige Wohnung zog. Da merkte ich: Boah, das Einpacken meiner Dinge nimmt ja gar kein Ende! Da bin ich auf die Minimalismus-Bewegung gestoßen und merkte, dass es genau das ist, was ich für mein Wohlbefinden benötige. Durch den Verkauf des haptischen Ballastes verlor ich auch seelischen, was mir sehr gut tat. Dadurch wurde und wird mir immer noch bewusst, was ich brauche und vor allem will. Die finanziellen Spritzen, die mir der Flohmarkt bringt, helfen mir, meine eigentlichen Wünsche zu erfüllen (ich investiere in nachhaltige Produkte, die ich in der Küche und im Bad benutze, in „neue“ Second Hand Möbeln, die hochwertiger sind als meine jetzigen, etc.).



Tipps & Tricks für den eigenen Stand

Richtige Vorbereitung!

  • Bereitet euch vor, das ist kein Witz! Das erste Aussortieren raubte auch mir den letzten Nerv. Hast du es erstmal hinter dir, kannst du sie gut im Keller verstauen.
  • Verpackt die Gegenstände ordentlich! die ihr verkaufen wollt, am besten in Bananenkisten. Die bekommt ihr morgens in eurem örtlichen Supermarkt. Diese Kisten lassen sich gut stapeln und können zu Wühlkisten umfunktioniert werden. Wenn ihr Zerbrechliches wie Tassen und Teller mitnehmen möchtet, verpackt sie gut in Zeitungspapier, Decken oder Stoffen, damit sie den Transport überleben.
  • Campingtische sind das A und O! Ich nutze diesen Universaltisch 100x60x73cm Campingtisch 4-fach höhenverstellbar Falttisch Tisch„>hier. Der ist auf einer Seite genau ein Meter lang und hilft euch dadurch, eure Standgebühren im Auge zu behalten. Außerdem leicht zu transportieren, da sie wunderbar einklappbar sind.
  • Stuhl nicht vergessen! Welchen ihr mitnehmt, ist euch überlassen. Ich habe den IKEA TERJE -Klappstuhl weiß„>Ikea-Stuhl TERJE. Der ist für mich praktisch, da er wie die Tische klappbar ist und ich kann mich während des Sitzens auch noch anlehnen! (Kissen währe hilfreich) Ein anderer Stuhl tut es natürlich auch.
  • Nimm Wechselgeld mit! Es reichen 25€ in Kleingeld und Scheinen. Wenn du wertvollere Gegenstände mitnehmen möchtest wie z.B. eine teurere Gitarre – nimm noch ein paar größerer Scheine mit. Es ist sonst doof für beide Seiten, wenn du nicht wechseln kannst.
  • Pack dir Essen und Trinken ein! Es gibt fast nichts frustrierenderes als nichts zum futtern und trinken dabei zu haben! Naschereien sind besonders wichtig! Mein Lunchbag für den Flohmarkt sieht bei mir meist so aus:
    • Thermoskanne Kaffee mit Haferdrink / Kräutertee
    • Glasflasche gefüllt mit Wasser
    • belegte Brote
    • Studentenfutter
    • Obst und / oder Gemüse

Was verkauft man so auf dem Flohmarkt?

Um es frei nach Marie Kondo zu sagen:

Was mich nicht glücklich macht, kann weg.

Krimskrams, Küchenutensilien, Kleidung, Schuhe, Taschen, Schmuck, Bücher, CD’s, DVD’s, Plakate, Gemälde… Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vorischt:

Seit vorsichtig bei Elektronik! Verkauft diese nur auf dem Flohmarkt, solang ihr vorführen und damit gewährleisten könnt, dass diese Artikel auch funktionieren! Ihr könnt diese Gegenstände am Vorabend nochmal laden, falls es Handys oder andere Geräte mit Akkus sind. Bei größeren Gerätschaften wie z.B. PC’s oder Laptops gibt es anderen und meist bessere Orte (auch online), diese zu verkaufen.

Wie viel kostet ein Stand auf dem Flohmarkt?

Es kommt darauf an, wo der Flohmarkt ist und wie viel Standgebühren anfallen. In meiner Gegend kostet der laufende Meter zwischen fünf und zehn Euro. Die Verantwortlichen kommen im Laufe des Tages – meist mittags – um die Standgebühren zu berechnen. Sie geben einem damit die Chance, die fehlenden Gebühren durch bereits verkaufte Gegenstände reinhohlen zu können (So kommt es mir jedenfalls vor).

Mein Tipp:

Bau maximal 1,5 Meter in die Breite und bau eher in die Tiefe. Die Tiefe wird nicht berechnet, sodass du trotz der fehlenden Breite gut Fläche rausholen kannst.

Was ziehe ich denn an auf dem Flohmarkt?

Es kommt einem vielleicht zu banal vor, aber auch ein wichtiger Punkt, den ich ansprechen möchte: Die Kleidung!

Sommer

In dieser Jahreszeit sind die meisten Flohmärkte draußen. Je nach Wetter leicht-luftig und eine Jacke für den Notfall. Bei meinen Flohmärkten, die ich im letzten Sommer „begangen“ habe, war es meist strahlender Sonnenschein. Bei meiner sensiblen Haut war Sonnencreme und ein Sonnenschirm unabdingbar. Eine Extraportion Wasser darf natürlich auch nicht fehlen.

Winter

Unterschätze die Kälte nicht! Du bist meistens von morgens sieben Uhr bis in den späten Nachmittag – meist 15-17 Uhr – auf dem Flohmarkt. Notfalls auch im freien. Wenn ihr habt, zieht eure mitunter dickste Kleidung an, damit ihr euch noch am Ende des Tages spürt. Meine Grundausstattung für kalte Tage:

  • Trekkingschuhe
  • dicke Socken + Notfallpaar
  • Jeans / dicke Strumpfhosen (+ Stulpen)
  • Unterhemd + Pulli
  • Winterjacke
  • Schal
  • Mütze
  • Handschuhe

Es klingt vielleicht übertrieben, aber ich hatte die leidige Erfahrung machen müssen, nass und durchgefrohren am Nachmittag meinen Stand abbauen zu dürfen. Das ist kein Spaß! Es dauert bei weitem länger, weil ich meine Hände und Füße nicht mehr spürte. Ich zitterte und konnte mich kaum konzentrieren. Das war eine Lektion!

Muss ich den Flohmarkt denn ganz allein machen?

Natürlich nicht! Ihr könnt euch mit Freunden oder Familienmitgliedern zusammentun, dann macht es noch mehr Spaß!

Bedenkt nur eines:

Habt getrennte Kassen und – wenn ihr euch einen Stand und somit einen Tisch teilt – auch getrennt nach „Verkäufer“.
Man kennt ja den Spruch: „Bei Geld hört die Freundschaft auf“. Es mag ja bei euch gut gehen, nur eben in den meisten fällen nicht. Solang es nicht euer Partner ist, der mit euch den Stand betreut, dann trennt so gut wie möglich. Es erspart am Ende jedem Beteiligten eine Menge Nerven.



Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie ich die Welt der Flohmärkte sehe und was es für mich in meiner Weiterentwicklung als angehende Minimalistin bringt.

Wenn ich es vergessen habe, freue ich mich über eure Punkte in den Kommentaren!

tiffeck…

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